Krypto-Arbitrage: Preisunterschiede zwischen Börsen
Krypto-Arbitrage heißt, dieselbe Kryptowährung dort zu kaufen, wo sie billiger ist, und dort zu verkaufen, wo sie teurer ist. Vom Preisunterschied gehen zwei Handelsgebühren und die Auszahlungsgebühr für das gewählte Netzwerk ab, dazu kommt die Zeit, die der Transfer zwischen den Börsen braucht. Übrig bleibt weniger als der Unterschied zwischen den Kursen – wie viel weniger, hängt von Börse, Netzwerk und Ordergröße ab.
Stand: 19.09.2026
Wie entsteht ein Preisunterschied zwischen Börsen?
Jede Krypto-Börse führt ihr eigenes Orderbuch. Der Preis einer Kryptowährung entsteht dort aus den Kauf- und Verkaufsangeboten, die in diesem Moment an dieser Börse im Buch liegen. Einen einheitlichen Preis für alle Börsen gibt es nicht.
Kauft jemand an einer Börse eine größere Menge, arbeitet seine Order das Orderbuch nach oben ab und der Preis dort steigt. An den übrigen Börsen ändert sich in diesem Moment nichts. Der Unterschied besteht so lange, bis genug Kapital von der günstigeren zur teureren Seite fließt. Dafür muss dieses Kapital durch ein Netzwerk von einer Börse zur anderen wandern.
Das Wort „Spread“ hat zwei Bedeutungen. Innerhalb eines Orderbuchs meint es den Abstand zwischen dem besten Kauf- und dem besten Verkaufsangebot an einer Börse. Zwischen zwei Börsen meint es den Preisunterschied derselben Kryptowährung. Bei Arbitrage geht es um die zweite Bedeutung.
Der Ablauf hat drei Schritte: an der günstigeren Börse kaufen, transferieren, an der teureren verkaufen. Wer auf beiden Börsen Guthaben hält, handelt beide Seiten sofort und gleicht die Bestände danach wieder aus; der Transfer folgt dann später.
Aktuelle Preisunterschiede
| Kryptowährung | Kauf bei | Verkauf bei | Preisunterschied | Tiefe im Orderbuch |
|---|---|---|---|---|
| ENA | STON.fi | Binance | 0,68 % | 16.067 USDT |
| USDE | Bybit | STON.fi | 0,12 % | 29.204 USDT |
| USDE | MEXC | STON.fi | 0,12 % | 18.927 USDT |
| USDE | Binance | STON.fi | 0,11 % | 102.344 USDT |
| BTC | Binance | Kraken | 0,1 % | 84.528 USDT |
| BTC | Bitget | Kraken | 0,1 % | 57.293 USDT |
Nach Gebühren bleibt bei USDE am meisten übrig: 0,07 % über TONCOIN(TON) (MEXC → STON.fi).
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Was bleibt von einem Preisunterschied übrig?
Der Preisunterschied ist der Ausgangswert, nicht das Ergebnis. Drei Kostenposten stehen dazwischen.
- Handelsgebühren. Zwei Trades, zwei Gebühren – eine beim Kauf, eine beim Verkauf. Wer sofort zum besten verfügbaren Preis handelt, nimmt Liquidität aus dem Orderbuch und zahlt die Taker-Gebühr; die Maker-Gebühr gilt für Orders, die im Buch liegen bleiben und auf Ausführung warten.
- Auszahlungsgebühr. Diese Gebühr hängt vom Netzwerk ab und nicht allein von der Kryptowährung: USDT über TRC20 kostet einen anderen Betrag als USDT über ERC20. Die Börse legt den Betrag selbst fest. Er ist nicht dasselbe wie die Netzwerkgebühr, die im Netzwerk für die Transaktion anfällt.
- Tiefe im Orderbuch. Der angezeigte Preis gilt für die oberste Order. Greift deine Order tiefer ins Buch, bekommst du einen schlechteren Durchschnittspreis, und das auf beiden Seiten: beim Kauf wie beim Verkauf.
Die Auszahlungsgebühr ist ein fester Betrag je Auszahlung und kein Anteil am Volumen. Deshalb verschiebt sich die Rechnung mit der Ordergröße: bei kleinen Beträgen kann sie den gesamten Preisunterschied aufzehren, bei großen fällt sie kaum ins Gewicht.
Dazu kommt die Zeit zwischen Kauf und Verkauf. Die sendende Börse muss die Auszahlung freigeben, das Netzwerk muss die Transaktion bestätigen, und die empfangende Börse schreibt das Guthaben erst nach einer festgelegten Zahl von Bestätigungen gut. Wie lange das dauert, hängt vom Netzwerk ab.
Was die einzelnen Börsen für eine Auszahlung verlangen und über welche Netzwerke sie auszahlen, steht im Vergleich der Krypto-Börsen.
Welche Risiken hat Krypto-Arbitrage?
- Der Unterschied verschwindet während des Transfers. Zwischen Kauf und Verkauf vergeht Zeit. Der Preis an der teureren Börse kann in dieser Zeit fallen und der an der günstigeren steigen; verkauft wird zu dem Preis, der beim Eintreffen gilt.
- Das Netzwerk ist für Auszahlungen gesperrt. Börsen setzen Auszahlungen in einzelnen Netzwerken zeitweise aus, etwa bei Wartungsarbeiten an der Wallet oder bei einem Upgrade des Netzwerks. Das Guthaben bleibt dann auf der Börse, bis das Netzwerk für Auszahlungen wieder geöffnet ist.
- Einzahlung über das falsche Netzwerk. Dieselbe Kryptowährung läuft über mehrere Netzwerke. Gutgeschrieben wird nur, was über ein Netzwerk ankommt, das die Börse für diese Einzahlung vorsieht. Manche Einzahlungen brauchen zusätzlich ein Memo oder ein „Tag“; fehlt es, kommt das Guthaben nicht automatisch an.
- Die Order wird nur teilweise ausgeführt. Liegt im Orderbuch weniger Volumen, als du handeln willst, bleibt ein Teil der Order offen oder wird zu einem deutlich schlechteren Preis gefüllt.
- Limits und Prüfungen bei der Auszahlung. Eine Auszahlung kann durch ein Tageslimit begrenzt oder vor der Freigabe geprüft werden; sie verlässt die Börse dann erst einige Zeit nach der Ausführung der Order.
Ein großer Unterschied kann auch dann bestehen bleiben, wenn Auszahlungen im betreffenden Netzwerk gerade nicht laufen, wenn das Orderbuch die Menge nicht trägt oder wenn einer der beiden Preise aus einem Markt mit wenig Handel stammt.
Wie findest du einen Preisunterschied zwischen Börsen?
Ein Scanner stellt die Preise derselben Kryptowährung an verschiedenen Börsen nebeneinander und zeigt den Unterschied zweimal: vor Gebühren und nach Gebühren. Die erste Zahl sagt, wie weit die beiden Preise auseinanderliegen; die zweite, wie viel davon nach den Kosten des Transfers übrig ist.
Zur selben Rechnung gehört das Netzwerk: Yieldo führt die Auszahlungsgebühren der Börsen je Netzwerk und zeigt dazu, ob eine Auszahlung über dieses Netzwerk gerade möglich ist.
Der vollständige Scanner steht auf Englisch: alle Paare ansehen.
Häufige Fragen
Wie funktioniert Arbitrage?
Bei Arbitrage kaufst du eine Kryptowährung an der Börse mit dem niedrigeren Preis und verkaufst sie an der Börse mit dem höheren. Was vom Unterschied übrig bleibt, steht erst fest, wenn beide Handelsgebühren und die Auszahlungsgebühr für das Netzwerk abgezogen sind und der Transfer angekommen ist.
Was bedeutet Spread bei Arbitrage?
Im Orderbuch einer einzelnen Börse ist der Spread der Abstand zwischen bestem Kauf- und bestem Verkaufsangebot. Bei Arbitrage steht das Wort für den Preisunterschied derselben Kryptowährung zwischen zwei Börsen: zwei Orderbücher, zwei Preise.
Was macht ein Krypto-Arbitrage-Bot?
Er beobachtet die Preise mehrerer Börsen über deren Schnittstellen und platziert Orders automatisch. An der Rechnung ändert das nichts: Handelsgebühren, Auszahlungsgebühr und die Dauer des Transfers fallen genauso an.
Welche Arbitrage-Strategien gibt es bei Kryptowährungen?
Cross-Exchange-Arbitrage nutzt den Preisunterschied zwischen zwei Börsen. Bei der Dreiecksarbitrage bleibt alles auf einer Börse: über drei Handelspaare wird nacheinander getauscht, bis man wieder bei der Ausgangswährung ist. Bei der DEX-Arbitrage liegt eine Seite auf einer dezentralen Börse, die den Preis häufig über einen automatisierten Market Maker stellt.
Warum verschwindet ein Preisunterschied so schnell?
Sobald genug Kapital von der günstigeren zur teureren Börse fließt, gleichen sich die beiden Orderbücher an. Wie schnell das geht, hängt davon ab, wie schnell Guthaben zwischen den Börsen bewegt werden kann; das Tempo gibt das Netzwerk vor.
Was kostet eine Auszahlung von einer Börse zur anderen?
Den Betrag legt die sendende Börse je Netzwerk fest, als feste Gebühr je Auszahlung. Dieselbe Kryptowährung kann über zwei Netzwerke unterschiedlich viel kosten, und welche Netzwerke eine Börse überhaupt anbietet, unterscheidet sich ebenfalls.